Die Geschichte von Vahrenheide

Der erste Motorflug der Welt - in Vahrenheide !!! Die Vahrenwalder Heide Durch Karl Jatho entstand ein Flughafen in der Vahrenwalder Heide Fliegerhorst Vahren - Der "Alte Flughafen" Vahrenheide im Wandel der Zeit Auf dem ehemaligen Flughafengelände entsteht eine neue "Stadt" Vahrenheide Gestern und Heute

Die Vahrenwalder Heide

Die Vahrenwalder Heide lag nördlich der Dörfer Vahrenwald und List, welche um 1850 herum Vororte von Hannover waren.

Ein Exerzierplatz der hannoverschen Garnison wird in der Vahrenwalder Heide angelegt, aber bis auf wenige militärische Einrichtungen wie Schießstände bleibt das Gebiet weitestgehend unbebaut. 1891 wurden die Dörfer Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List eingemeindet.

Hier sind einige der wenigen aus der Zeit um 1915.
Dargestellt sind eigentlich nur Feldstellungen und Schützengräben, ein Foto zeigt eine "Parthie" aus der Vahrenwalder Heide, was immer damit auch gemeint sein mag...

Auch heute kann man diese Landschaft noch bewundern, auf dem ehemaligen Kasernengelände der Emmich Cambrai Kaserne.
Natürlich sind keine Schützengräben mehr vorhanden, aber das Gelände ist bei Hundebesitzern und Wanderern sehr beliebt

Heute ist das Gelände wieder als Vahrenwalder Heide in den neuesten Stadtplänen ausgewiesen.

 

Die Stadtteilgrenzen

Die Grenzen des heutigen Stadtteils Vahrenheide sind der 1916 fertiggestellte Mittellandkanal (siehe ) im Süden und die im Dezember 1938 freigegebene Autobahn A2 Berlin-Köln im Norden.
Westlich die Stadtteilgrenze die Vahrenwalder Straße
(Ehemals Stadter Landstraße) und im Osten der Holzwiesen, welche die Abtrennung zu dem gleichzeitig erbauten Stadtteil Sahlkamp darstellt, siehe auch .
Die Nachbarstadtteile sind heute im Süden Vahrenwald und List, im Osten der Sahlkamp -welcher zur gleichen Zeit wie Vahrenheide angelegt wurde. Westlich der Brink-Hafen und im Norden die Stadt Langenhagen.

Stadtteilübersicht

Seit dem 19. Jahrhundert wurde das Gebiet im wesentlichen als militärisches Übungsgelände genutzt. Straßennamen wie "Großen Kolonnenweg", "Kugelfangtrift" und "Jagtstall" zeugen von den militärischen Einrichtungen in der Vahrenwalder Heide, die Soldaten marschierten auf dem Kolonnenweg, und schossen auf den Kugelfangtrift auch mal daneben. Ein weiterer Straßenname und auch der Name einer Kleingartenkolonie erinnert an den Jagdstall des Militär-Reit-Instituts, das Ferdinand Wallbrecht (verewigt als Straßenname in Vahrenwald / List) 1875 an der Vahrenwalder Straße errichten lies.

Flugexperimente, Heide und ein zerstörter Flughafen

Um die Jahrhundertwende 1900 herum begann mit seinen Flugversuchen, auch durch ihn entstand zuerst eine Fliegerstation (Fliegerhorst Vahren) welche später zu Hannovers ersten zivilen Flughafen ausgebaut wurde.
(Nachzulesen in der - Bereich Flughafen).
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der stark zerstörte und im grunde nicht mehr ausbaufähige Flughafen aufgegeben und 5,5 Kilometer weiter nord-westlich auf einem anderen, erweiterungsfähigeren Gelände außerhalb der Stadt Hannover neu errichtet.

Die freiwerden 53 Hektar Land wurden zusammen mit umliegenden Gebieten einer neuen Aufgabe zugeführt, als neuer Stadtteil von Hannover wieder die Wohnungen zur Verfügung zu stellen, welche duch den zweiten Weltkrieg zerstört worden sind.
Der Stadtteil Vahrenheide entstand in der Zeit von 1955 bis 1974 als erste niedersächsische Großwohnsiedlung am Stadtrand von Hannover.
Das Gebiet war landschaftlich karg, es umfasste neben großen Sandflächen nur wildgewachsens Gehölz und kleine Birken- und Föhrenwäldchen.
Daraus leitet sich warscheinlich das "Vahrenwald" der Vahrenwalder Heide ab.
Diese Bodenbeschaffenheit eignete sich nicht für die Landwirtschaft sondern bestenfalls als Weidefläche für Schafe, und genau so wird der Rest der Vahrenwalder Heide, welcher jahrzehntelang Kasernengebiet war, noch heute genutzt.
Zur Expo 2000 in Hannover wurde ein Park & Ride Parkplatz eingerichtet, welcher danach wieder komplett entfernt wurde.

Karl Jatho Fluggleiter
Fliegerstation Vahrenwalder Heide 1915
Vahrenwalder Heide

Aufgrund den hohen Wohnungsbedarfes nach dem zweiten Weltkrieg, nach der Zerstörung von mehr als der Hälfte aller Wohnungen in Hannover, wurde dieFläche des Vahrenheider Heide als Bauland herangezogen. Ein zu hoher Grundwasserspiegel verhinderte zunächst die Bebauung. Zur Senkung des Grundwasserstandes wurde eine Pumpstation eingerichtet und 1955 begann der Wohnungsbau.
Als Baubereich wurden 1954 die Flächen des ehemaligen Flughafens, Teile des Truppenübungsplatzes sowie die Gartenkolonien "Heidegrün" und "Silbersee" zur Siedlungsentwicklung freigegeben.
Dieser Bereich zeigte sich als zu klein, daher wurde der ursprüngliche Plan nach und nach durch Erweiterungspläne ergänzt.

Auf dem etwa 53 Hektar großen Gelände des alten Flughafens entstand ab 1955 das Gewerbegebiet
"Alter Flughafen", die Bebauung des Wohngebietes begann in Vahrenheide-West, mit der Errichtung von 200 Reiheneigenheimen durch die Baugesellschaft "Neue Heimat".
In Vahrenheide-Ost wurden ab 1957 von der Baugesellschaft GBH pro Jahr ca. 300 der meist dreigeschossige Zeilenbauten errichtet, bis 1967 umfasste der Wohnungsbestand der GBH 2.325 Wohnungen.
Der Wohnungsbestand 1998 belief sich auf 2.769 Wohnungen, mittlerweile deutlich zurückgegangen durch Verkäufe an andere Gesellschaften und 2004 mit dem abrisses des Hochhausgebietes Klingenthal.
Geschichte Vahrenheide
1960 wurde dann mit dem Bau des Vahrenheider Markt begonnen. Bis zur endgültigen Vollendung der Bebauung am Vahrenheider Markt verging jedoch noch über ein Jahrzehnt.
Der zweite Teil des Einkaufszentrums wurde erst 1967 errichtet.
Erst in den 90 Jahren wurde ein größeres Geschäft erbaut, doch dieser Extra-Markt im einzigen modernen Gebäude am Vahrenheider Markt mussten Ende 2005 schon wieder einem größeren Lidl-Mart weichen.

Der "Städtebauliche Sündenfall" und seine Korrektur

1972 setzte Stadtdirektor Neuffer nach einem Besuch in den USA durch, daß auch in Hannover mit einem Hochhauskomplex nach amerikanischem Vorbild entstehen sollte.
Daher wurde im östlichsten Teil nicht wie zuerst geplant weitere Zeilenbauten, sondern ein riesiger Hochhauskomplex mit bis zu 18 Etagen, welcher zu den höchsten Wohnhäusern in Hannover gehörte.
Das Umfeld in Vahrenheide verschlechterte sich jedoch nicht nur durch die starke Konzentration vieler Menschen, sondern auch durch das aufeinandertreffen vieler verschiedene Nationalitäten und Glaubensrichtungen.
Genau diese Bebauung änderte die Warnehmung von Vahrenheide, jetzt wurde daraus eine "Betonwüste", der "städtebaulichen Sündenfall".
Diese Ansicht über Vahrenheide gibt es noch heute, obwohl 2004 ein Großteil dieser "Betonwüste" wieder abgerissen worden worden ist.
Dieser Rückbau ist in und mit Videoclips festgehalten.
Seit mitte 2006 werden auf dem ehemaligen Klingenthal-Gelände Reihenhäuser erbaut.
Damit sollte Vahrenheide einen vielleicht einen Teil seines früheren Charmes zurückerhalten und hoffentlich auch irgendwann den Ruf einer "schlechten Adresse" in hannover wieder ablegen können..

Hochhauskomplex Klingenthal
Abriss Klingenthal-Komplex 2004


Für die schulpflichtigen Kinder wurden drei Schulen angelegt, 1962 zuerst die damalige Volksschule Fridtjof-Nansen-Schule, darauf folgte 1966 das Herschelgymnasium und 1967 eine zweite Volkschule an der Weimarer Allee.
Aus dieser wurde später eine Hauptschule, die 1995 zur IGS Vahrenheide-Sahlkamp die ausgebaut wurde.
1963 wurde die katholische St. Franziskuskirche und 1964 die evangelische Tituskirche eingeweiht, dem folgte 1966 ein Altenpflegeheim.

Der erste Kindergarten war 1965 das Carl-Sonnenschein-Haus, 1967 folgte mit dem Emmy-Lanzke-Haus eine Einrichtung für alleinstehende Mütter mit ihren Kindern. Diese Einrichtung bot auch einen Kindergarten und eine Kinderkrippe.
1970 wurde von der evangelischen Kirche ein Teil des Kirchengebäudes abgetrennt und als Kindertagesstätte betrieben. Erst in den 90 Jahren kamen zwei weitere Kindergärten hinzu.

Das Jugendzentrum "Camp", wurde 1968 eingerichtet, 1971 folgte der Spielpark Holzwiesen, 1976 die Gemeinwesenarbeit, 1978 der Jugend- und Sozialdienst, 1979 die Jugendwerkstatt, 1986 der Kulturtreff Vahrenheide sowie 1987 die Nachbarschaftsinitiative e.V.

 
Der erste Motorflug der Welt - in Vahrenheide !!! Die Vahrenwalder Heide Durch Karl Jatho entstand ein Flughafen in der Vahrenwalder Heide Fliegerhorst Vahren - Der "Alte Flughafen" Vahrenheide im Wandel der Zeit Auf dem ehemaligen Flughafengelände entsteht eine neue "Stadt" Vahrenheide Gestern und Heute